125. Hochzeitspackerl

 12.08.2016

Für Schönberger schon fast ein vertrautes Bild. Die Kutsche, gelenkt von Konrad Zechmann, rumpelt langsam über das Kopfsteinpflaster vor dem Rathaus. In ihr sitzt ein Hochzeitspaar. Auch die Passanten auf dem Marktplatz bleiben stehen und genießen das Schauspiel. In der Kutsche sitzen Alexander Braun und Monika Johrend aus Oberasbach im Landkreis Fürth. Dass sie in Schönberg heiraten und nicht in ihrem Heimatort ist aber kein Zufall. Das sympathische Paar hat bei Michaela Gampe das Schönberger Hochzeitspackerl gebucht, so wie schon 124 Paare vor ihnen. Die Hochzeitsplanerin des Schönberger Rathauses wird auch dieses Paar souverän durch die Zeremonie führen und ihr Bestes geben, damit der Tag für das Brautpaar unvergesslich werden wird. „Wir haben im Internet nach einer besonderen Hochzeit gesucht und erst nichts passendes gefunden. Das Hochzeitspackerl aus Schönberg hat uns jedoch sofort gefallen. Es ist so schön, ich kann es nur weiter empfehlen“, erzählt die Braut nach der Trauzeremonie.

Seit der ehemalige Bürgermeister Peter Siegert im Jahr 2003 die Idee hatte, ist Michaela Gampe mit der Umsetzung vertraut. Eine Aufgabe, die sich nur selten mit den Dienstzeiten einer Kommunalverwaltung vereinbaren lassen. Da werden planende Gespräche schon auch mal am Abend geführt. „ Doch man bekommt so viel zurück, hat viele schöne Erlebnisse und lernt tolle Menschen kennen“, schwärmt Michaela Gampe begeistert von ihrer Aufgabe. Die Motivation, in Schönberg zu heiraten sei ganz unterschiedlich. Da seien Paare, die bereits schon einmal in großem Stil geheiratet haben und die jetzt einen persönlichen und weniger öffentlichen Rahmen bevorzugen. Oder Paare, die einfach keinen großen Aufwand betreiben wollen und den Tag ganz einfach genießen möchten. „Manchmal wissen es die Freunde und Familien zu Hause gar nicht, dass sie heiraten“, erzählt Michaela Gampe. so unterschiedlich wie die Beweggründe auch sein mögen, viele Paare zeigen sich mit dem Ort ihrer Trauung auch lange Jahre nach der Hochzeit noch eng verbunden und verbringen regelmäßig ein paar Tage in Schönberg, natürlich nicht ohne „ihrer“ Hochzeitsplanerin im Schönberger Rathaus einen kurzen Besuch abzustatten.

Bei den vielen Hochzeiten sind Michaela Gampe einige ganz besonders in Erinnerung geblieben. Da war das Paar, das in mittelalterlichen Gewändern heiratete. Selbstverständlich, dass auch der damalige Bürgermeister Peter Siegert und Michaela Gampe passend gekleidet waren. Oder ein Paar mit afrikanischen Wurzeln mit traditionellen Gewändern. Alle Paare sind fein säuberlich in mehreren Ordnern archiviert, natürlich mit Foto.

Über all die Jahre knüpfte Michaela Gampe ein großes Netzwerk an Partnern, mit denen sie gemeinsam den Tag gestaltet. Dazu gehören natürlich Bürgermeister Martin Pichler und Standesbeamte Stefan Süß. Doch auch der Gärtner der Gemeinde Volker Schmid ist zur Stelle, wenn als Erinnerung ein Hochzeitsbaum gepflanzt wird. Dazu gehört der Kutscher Konrad Zechmann genauso wie die Floristin Renate Hansbauer. Für den festlichen Rahmen sorgen Anita und Gerhard Bayer mit ihrer Musik oder Eckhardt Asmus mit einem Gedicht. Wenn es das Paar wünscht, lässt Hans Seidl seine weißen Tauben fliegen, eine Aufgabe, die er von dem im letzten Jahr verstorbenen Ludwig Peter übernommen hatte. Für Erinnerungen in Bild und Film sorgt das Fotostudio A sowie Martin und Sonja Schober. Auch die Friseursalons und Gastgeberbetriebe in Schönberg sind fest eingebunden.

Das Telefon in Michaela Gampes Büro klingelt. Ein kurzes, freundliches Gespräch mit der Zusage: „Wir kümmern uns um alles. Sie brauchen den Tag nur genießen.“ Und schon ist wieder ein Hochzeitspackerl für ein Paar vereinbart, das nächstes Jahr heiraten wird.